Kunst · Kultur · Wissen · Kommunikation
Dialogische KI für kulturelle Räume, Wissen und lebendige Erlebniswelten.
Ausgewählte Anwendungen zeigen, wie KI Kunst und Wissen vermittelt, Mitarbeitende unterstützt, Inhalte zugänglich macht und aus Archiven, Werken und Persönlichkeiten aktive digitale Gegenüber entstehen lässt.
Kulturelle Räume öffnen
Kultur, Vermittlung und digitale Teilhabe.
Dialogische Systeme erschließen Werke, Ausstellungen und Wissen im direkten Gespräch. Inhalt, Sprache, Tempo und Tiefe können sich dabei an Ort, Situation, Vorwissen und Bedürfnisse der Menschen anpassen.
Museum & Ausstellung
01.1Ausstellungs- und Museums-KI
Dialogische Begleiter erschließen Werke, Künstler, Räume und Ausstellungskontexte – vom unmittelbaren Einstieg bis zur fachlichen Vertiefung.
Ausstellung & MET
01.2The Thinking Hand
Eine Ausstellung zur Zeichnung mit neun Werken aus der Sammlung des Metropolitan Museum of Art – von Michelangelo und Rembrandt bis Picasso – begleitet von der KI-Persona Marcel.
Ausstellung · Skulpturenpark · Räumliche Begleitung
01.3Open Field – Skulpturen im Außenraum
Die KI erschließt die Werke kunsthistorisch und materiell, passt Sprache und Vertiefung individuell an und begleitet Besucher räumlich von Skulptur zu Skulptur.
Virtuelle Räume
01.4Virtual Worlds mit dialogischer KI-Präsenz
In digitalen Räumen wird KI zur ansprechbaren Präsenz: Sie begleitet, erklärt, reagiert und verbindet räumliches Erleben mit lebendigem Wissen.
Lernen & Vermitteln
01.5Didaktische KI
Die KI vermittelt nicht nur Informationen. Sie erklärt, fragt nach, knüpft an Vorwissen an und entwickelt aus einer linearen Information ein individuelles Lernerlebnis.
Zentrale KI-Infrastruktur
01.6Ein KI-Ökosystem für alle digitalen Anwendungen
HeyAI verbindet führende KI-Modelle, Realtime Voice und Text, geschützte Wissensräume, Schnittstellen und automatisierte Workflows in einer gemeinsamen Infrastruktur – einsetzbar auf Websites, in Apps, Portalen, KI-Arbeitsplätzen, Kiosksystemen, Telefonie, Produkten und digitalen Räumen.
Individuelle KI-Arbeitsplätze
Spezialisierte Werkzeuge für Kommunikation, Redaktion und Organisation.
Jeder Arbeitsplatz bündelt Fachwissen, definierte Prozesse und eine präzise Benutzerführung. So wird KI zu einer unmittelbar nutzbaren Arbeitsumgebung für konkrete Aufgaben.
Sammlung · Dokumentation · Forschung
02.1Sammlungsbestände wissenschaftlich erschließen
Aus Werkdaten, Quellen, Abbildungen und Forschungsnotizen entstehen wissenschaftlich belastbare Dossiers – mit transparenter Quellenlage, sichtbaren Widersprüchen und konkreten nächsten Prüfschritten.
Wissenschaftliches Atelier
02.2Werktexte und kuratorische Entwürfe
Werktexte, kunsthistorische Analysen und kuratorische Entwürfe – in wählbarer fachlicher Tiefe, präzise und für den jeweiligen Kontext formuliert.
Kommunikation · Kampagne · Redaktion
02.3KI-Kommunikationsstudio
Von der ersten Idee bis zum ausformulierten Inhalt: Das Studio entwickelt Kampagnen, Presse- und Social-Media-Texte, redaktionelle Formate und Kommunikationskonzepte für Kunst und Kultur.
Print & Layout
02.4KI-gestütztes Layout und Druck
Inhalte werden strukturiert, redaktionell aufbereitet und in visuell konsistente Formate für Präsentation, Publikation und Print überführt.
Multichannel
02.5Medienkampagnen über alle Kanäle
Ein zentrales Konzept wird in kanalgerechte Inhalte übersetzt – mit konsistenter Botschaft, aber passend zu Medium, Zielgruppe und Nutzungssituation.
Wissen · Lernen · Vermitteln
Themenwelten werden zu dialogischen Portalen.
Fokussierte KI-Portale verbinden verlässliches Fachwissen mit persönlicher Beratung, situativer Begleitung und unmittelbarer Anwendung – vom Kochen bis zur Kultur- und Tourismusvermittlung.
Buch · Kultur · Bildung
03.1Cloes.World
Eine KI-gestützte Kultur- und Lernplattform verwandelt Geschichten, Bücher und Wissen in interaktive, mehrsprachige und personalisierte Erlebnisse.
Unternehmen · Produkt · Service
03.2Ein KI-Ökosystem – über Kunst und Kultur hinaus.
Dieselbe Realtime-KI-Infrastruktur macht auch Produktwelten, Niederlassungen und Services dialogfähig. Individuelle KI-Persönlichkeiten erklären Produkte, begleiten Kunden vor Ort und digital und überführen Gespräche in konkrete Service- und Arbeitsprozesse.
Tourismusportal · Best Practice
03.3Ein KI-Ökosystem für smarte Gästekommunikation
Das Remstal zeigt, wie dialogische KI regionale Angebote, Orte und Erlebnisse zu einer mehrsprachigen, jederzeit verfügbaren Gästekommunikation verbindet.
Persönliche Fachberatung
03.4Camille, die Sommelière
Eine dialogische Fachpersönlichkeit berät zu Wein, Pairing und Menü – persönlich, kontextbezogen und in der gewünschten fachlichen Tiefe.
Live-Kocherlebnis · Rezept · Vision
03.5Begleitete Kocherlebnisse
Ein Bild-Upload wird zur kulinarischen Idee, zum entwickelten Rezept und zur persönlichen Kochanleitung. Die KI verbindet Inspiration, Wissen und unmittelbare Umsetzung.
Archiv · Wissen · Marke
03.6Vom Archiv zur aktiven Wissensquelle
Wissen, Stimme, Haltung, Stil und Persönlichkeit werden bewahrt, zugänglich gemacht und in einem kontrolliert lernenden digitalen System weiterentwickelt.
Unternehmen · Produkt · Innovation · Kultur
03.7Ein Ort, viele Themenwelten und kuratierte KI-Persönlichkeiten
Das Beispiel zeigt, wie ein Innovations-, Unternehmens- oder Kulturort zum dialogischen Wissens- und Transferraum wird. Unterschiedliche KI-Persönlichkeiten vermitteln Produkte, Technologien, Ausstellungen, Veranstaltungen und fachliche Inhalte jeweils mit passender Haltung, Sprache und Tiefe. So lassen sich Unternehmensidentität, Produktwelt und kulturelles Engagement in einer gemeinsamen, skalierbaren Erlebnisstruktur verbinden.
KI-Entitäten & immersive Erlebniswelten
Aus Werk, Wissen, Stimme und Persönlichkeit entsteht digitale Präsenz.
Medien, Musik, Bild, Video, Buch und KI verbinden sich zu eigenständigen Erlebnisformen. Persönlichkeiten und Figuren werden nicht nur archiviert oder dargestellt, sondern ansprechbar und situativ erfahrbar.
Film · Tanz · Digitale Persönlichkeit
04.18Seconds – vollständige KI-Digitalisierung eines Ballettstars
Bewegung, Erscheinung und künstlerische Identität werden zur Grundlage eines neuen digitalen Werks – zwischen Film, Performance und autonomer KI-Präsenz.
Lebendige Entität
04.2Hiob
Eine literarisch-philosophische Figur wird zum dialogischen Gegenüber. Leid, Zweifel, Glaube und menschliche Erfahrung werden im Gespräch neu zugänglich.
Lebendige Entität
04.3Eva
Mythos und Gegenwart begegnen sich in einer ansprechbaren digitalen Figur, die ihre Geschichte nicht nur erzählt, sondern im Dialog reflektiert.
Literatur · Buch · KI
04.4Franz Kafka
Ein Klett-Cotta-Projekt mit Denis Scheck: Werk, Kontext und literarische Persönlichkeit werden zu einem dialogischen Zugang zur Literatur.
Optionaler Präsentationsbereich Autonome KI-Entitäten für lebendige Erlebnisräume 3 Videos · 2 Bilder
Die folgenden Medien zeigen visuelle Entwicklungsstufen autonomer KI-Entitäten. Der Bereich bleibt während der Präsentation zunächst geschlossen und kann bei Bedarf gezielt geöffnet werden.
Standards und Datenschutzoptionen
Zertifizierungen und Standards
- SOC 2 Type II
- ISO/IEC 27001
- ISO/IEC 27017
- ISO/IEC 27018
- ISO/IEC 27701
- ISO/IEC 42001
- PCI DSS Level 1
- DSGVO-konforme Verarbeitungsoptionen
- Standardvertragsklauseln / SCCs
- Enterprise-Compliance-Optionen
Konfigurierbare Datenschutzoptionen
- Auftragsverarbeitung / AVV-Struktur
- Konfigurierbare Speicherfristen
- Deaktivierbare Audioaufzeichnung
- Text-only / Chat-Modus
- Automatische oder geplante Löschung
- Zero-Retention-Optionen
- EU Data Residency für geeignete Enterprise-Projekte
- Verschlüsselte Übertragung und Speicherung
- Rollenbasierte Zugriffskontrolle
- Granulare Rechteverwaltung
- Kontrollierte Wissensräume pro Projekt
- Dokumentierbare Administrations- und Sicherheitsprozesse
- Subprozessoren-Dokumentation
- Unterstützung bei Betroffenenrechten
- Unterstützung bei Datenschutz-Folgenabschätzungen
- Projektbezogene Compliance-Dokumentation
Die konkrete Ausgestaltung hängt vom jeweiligen Projekt, Vertragsmodell und den Anforderungen der Institution ab. Die genannten Optionen beschreiben verfügbare Rahmenbedingungen und mögliche Konfigurationen für professionelle KI-Anwendungen.
Leitidee · Konzeptkapitel 1–2
Vom digitalen Bestand zum lebendigen Wissens- und Resonanzraum.
Die institutionelle Sammlung verfügt über eine außergewöhnliche kunsthistorische Substanz: rund 20.000 Werke, eine über Jahrzehnte gewachsene Ausstellungs- und Publikationsgeschichte, fünfzehn Museumsstandorte sowie ein weit verzweigtes Wissen über Kunst, Künstlerinnen und Künstler, Themen, Orte und Begegnungen. Ein großer Teil dieses Wissens ist bereits digital erfasst. Damit besteht eine seltene Ausgangslage: Nicht erst die Digitalisierung einzelner Inhalte muss beginnen, sondern deren intelligente Verbindung und zeitgemäße Vermittlung kann in den Mittelpunkt rücken.
Die Kultur-KI bildet die Sammlung nicht nur digital ab. Sie macht ihr Wissen beweglich, befragbar und in immer neuen Zusammenhängen erfahrbar.
Die KI für Kunst und Kultur ist als gemeinsamer, geschützter und kuratierter Wissensraum für diese gesamte Landschaft gedacht. Sie erschließt vorhandene Informationen dialogisch, verbindet Werke und Kontexte über Standorte hinweg und stellt sie in unterschiedlichen Formen bereit – als persönliche Begleitung, als vertiefende Recherche, als mehrsprachige Erklärung, als Bildungsangebot oder als künstlerisches Erlebnis.
Das Ziel ist eine langfristige digitale Infrastruktur, die mit jedem neuen Werk, jeder Ausstellung, jeder Publikation und jeder fachlichen Erkenntnis wächst. Aus einem umfangreichen Datenbestand entsteht ein lebendiges kulturelles Gedächtnis – zugänglich in allen Häusern und offen für zukünftige Formen der Vermittlung.
1. Ein kuratierter Wissensraum
Das Wissen einer großen Sammlung reicht weit über das Sichtbare hinaus
Große Sammlungen besitzen weit mehr Wissen, als in einer einzelnen Ausstellung, einem Katalog oder einer Führung sichtbar werden kann. Informationen liegen in Objektdatensätzen, Publikationen, Archivmaterialien, Bildbeständen, Ausstellungstexten, Forschungsergebnissen und in der Erfahrung vieler Beteiligter. Digitale Systeme machen diese Inhalte auffindbar; eine kuratierte KI kann sie darüber hinaus in Beziehung setzen und im jeweiligen Moment verständlich vermitteln.
Für eine umfassende Kunst- und Kulturlandschaft eröffnet sich damit die Möglichkeit, die eigene Sammlung nicht nur online zugänglich zu machen, sondern als zusammenhängenden Wissensraum zu gestalten. Ein Werk kann mit früheren Ausstellungen, verwandten Positionen, historischen Hintergründen, Materialien, Motiven oder anderen Standorten verbunden werden. Besucherinnen und Besucher können eigene Fragen stellen. Fachliche Zusammenhänge werden nicht auf einen einzigen Text reduziert, sondern je nach Interesse, Vorwissen und Situation unterschiedlich zugänglich.
1.2 Fünfzehn Häuser – ein gemeinsames digitales Dach
Eigenständige Profile innerhalb eines verbundenen kulturellen Netzwerks
Jeder Standort besitzt sein eigenes Profil, seine eigenen Räume, Ausstellungen und Besuchssituationen. Zugleich sind alle Häuser durch die Sammlung und die gemeinsame Kulturarbeit verbunden. Die Kultur-KI verbindet beide Ebenen:
- ein zentraler Wissensraum für gemeinsame Sammlungs-, Künstler-, Werk- und Kontextinformationen,
- eigenständige digitale Begleiter für einzelne Häuser und Ausstellungen,
- lokale Stimmen und Schwerpunkte, die den Charakter jedes Standorts bewahren,
- standortübergreifende Verbindungen, die die Sammlung als Ganzes sichtbar machen.
So entsteht kein Verbund aus fünfzehn voneinander getrennten Einzellösungen. Neue Funktionen, Qualitätsregeln und Vermittlungsformen können gemeinsam entwickelt und anschließend für jedes Haus passend ausgestaltet werden.
1.3 Von der digitalen Repräsentation zur aktiven Beziehung
Die Sammlung wird zu einem Raum aktiver Beziehungen
Eine klassische Sammlungsdatenbank beantwortet vor allem die Frage: Welche Informationen sind zu einem Objekt gespeichert? Die Kultur-KI erweitert dies um Fragen, die den Bestand in Bewegung bringen:
- Welche Beziehungen bestehen zwischen diesem Werk und anderen Werken der Sammlung?
- In welchen Ausstellungen und Zusammenhängen wurde es gezeigt?
- Welche Zugänge sind für ein Kind, einen internationalen Gast oder ein Fachpublikum geeignet?
- Welche Motive, Materialien oder historischen Themen lassen sich weiterverfolgen?
- Welche Fragen stellen Menschen tatsächlich – und welche neuen Vermittlungsangebote können daraus entstehen?
Damit wird die Sammlung zu einem Raum aktiver Beziehungen. Wissen wird nicht nur ausgegeben, sondern im Dialog erschlossen.
2. Was die Kultur-KI ist
Ein strukturierter Wissensraum mit nachvollziehbaren Grundlagen
Die Kultur-KI arbeitet auf der Grundlage ausgewählter und freigegebener Inhalte. Sie verbindet Sammlungsdaten, Texte, Bilder und weitere Medien in einem strukturierten Wissensraum. Herkunft, Rechte, Aktualität und Verwendungszweck der Inhalte bleiben dabei nachvollziehbar.
Das System unterscheidet zwischen gesicherten Fakten, kunsthistorischen Einordnungen, unterschiedlichen Deutungen und offenen Fragen. Diese Unterscheidung ist entscheidend: Eine überzeugend formulierte Antwort darf nicht den Eindruck größerer Gewissheit erzeugen, als die Quellen tatsächlich zulassen.
2.2 Dialogische Vermittlung
Interesse bestimmt den Gesprächsweg
Die KI kann auf Fragen reagieren, Zusammenhänge erklären, Vergleiche anbieten und Inhalte an die jeweilige Situation anpassen. Anders als ein statischer Audioguide folgt sie nicht ausschließlich einer vorgegebenen Reihenfolge. Wer nach Farbe, Material, Biografie oder einer anderen künstlerischen Position fragt, erhält einen passenden Zugang innerhalb des freigegebenen Wissensraums.
2.3 Gemeinsame Intelligenz
Eine Grundlage für viele Anwendungen
Museums- und Ausstellungsbegleiter, Werkdialoge, Rundgänge, Lernmodule, mehrsprachige Vermittlung, Recherche, Redaktion, Besucherinformation sowie Projektionen, Stimmen, Avatare und immersive Räume teilen eine verlässliche Wissensgrundlage – bei jeweils eigener Aufgabe und Erscheinungsform.
2.4 Ein System, das mit der Sammlung wächst
Wachstum als nachvollziehbarer redaktioneller Prozess
Neue Werke, Ausstellungen, Publikationen und Forschungsergebnisse werden nicht nur für einen einzelnen Zweck aufbereitet. Einmal fachlich eingeordnet und freigegeben, können sie im Museum, auf der Website, in einer Führung, in einem Lernangebot oder in einer späteren Ausstellung wiederverwendet werden.
Die Kultur-KI „lernt“ dabei nicht unkontrolliert aus beliebigen Gesprächen. Neue Inhalte werden aufgenommen, geprüft, verknüpft, freigegeben und versioniert. Die Sammlung gewinnt dadurch fortlaufend an digitaler Tiefe, ohne ihre fachliche Verlässlichkeit aufzugeben.
System und Technologie · Konzeptkapitel 3–5
Was die Technologie für eine große Kunstsammlung möglich macht.
Künstliche Intelligenz wird häufig entweder als allwissendes System oder als bloßes Textwerkzeug beschrieben. Für eine Kunstsammlung ist beides zu kurz gegriffen. Entscheidend ist die Verbindung mehrerer technischer Funktionen zu einem kontrollierbaren Gesamtsystem.
3.1 Verstehen, finden, formulieren
Drei Fähigkeiten greifen bei jeder Anfrage ineinander
Eine tragfähige Antwort entsteht nicht durch freie Textproduktion, sondern durch das koordinierte Zusammenspiel von Anfrageverständnis, fachlich gesteuerter Wissensauswahl und adressatengerechter Formulierung. Die inhaltliche Grundlage bilden die dafür vorgesehenen institutionseigenen Quellen und die in ihnen definierten Zusammenhänge.
01
Verstehen
Das System erkennt Thema, Absicht, Sprache und gewünschten Detaillierungsgrad einer Frage. Es berücksichtigt, ob jemand Orientierung sucht, eine kunsthistorische Vertiefung wünscht oder von der eigenen Wahrnehmung eines Werkes ausgeht.
02
Finden
Es ermittelt die dafür relevanten, freigegebenen Informationen und Beziehungen im kuratierten Wissensraum. Dabei geht es nicht nur um einzelne Datensätze, sondern um ihre fachlich angelegten Verbindungen.
03
Formulieren
Aus diesen Grundlagen entsteht eine verständliche Antwort im passenden Stil und Format. Fachliche Tiefe, sprachlicher Charakter und mediale Form richten sich nach der jeweiligen Situation.
3.2 Semantische Suche
Bedeutungszusammenhänge werden auch ohne exakte Stichwörter zugänglich
Eine herkömmliche Suche benötigt häufig die genaue Schreibweise eines Begriffs. Eine semantische Suche erkennt dagegen Bedeutungsnähe. Eine Frage nach „bedrohlicher Natur“, „Erinnerung nach dem Krieg“ oder „ungewöhnlichen Materialien“ kann deshalb passende Werke und Texte finden, auch wenn diese Formulierungen nicht wörtlich in den Datensätzen vorkommen.
Diese Fähigkeit macht umfangreiche Bestände wesentlich zugänglicher. Sie ersetzt jedoch keine fachliche Ordnung, sondern entfaltet ihren Wert gerade auf ihrer Grundlage.
3.3 Wissensbeziehungen
Die Sammlung wird nicht als Liste einzelner Objekte betrachtet
Werke können mit Künstlerbiografien, Entstehungsorten, Ausstellungen, Publikationen, Themen, Techniken, Provenienzen und anderen Werken verbunden werden. Aus diesen Beziehungen entsteht eine navigierbare Wissensstruktur.
Ein Gespräch kann sich dadurch von einem konkreten Werk zu einem Motiv, von dort zu einer künstlerischen Position und anschließend zu einem Werk an einem anderen Standort bewegen. Diese Verknüpfungen machen die Kultur-KI zu einem sammlungsweiten System.
3.4 Die technische Steuerungsebene
Eine zentrale Ebene verbindet Quellen, Regeln, Modelle und Anwendungen
Zwischen Datenquellen, KI-Modellen und Anwendungen liegt eine zentrale Steuerungsebene. Sie sorgt dafür, dass eine Anfrage in den richtigen Wissensbereich gelangt, passende Inhalte ausgewählt, Rechte und Freigaben beachtet und die gewünschte Vermittlungsform angewendet werden.
Diese Ebene ermöglicht zugleich technische Offenheit. Sprach-, Übersetzungs-, Bild- oder Stimmmodelle können sich weiterentwickeln, ohne dass die institutionelle Wissensordnung bei jedem Wechsel neu aufgebaut werden muss. Die dauerhafte Grundlage bleibt der kuratierte Daten- und Regelraum; einzelne KI-Komponenten können entsprechend Qualität, Aufgabe und Rahmenbedingungen gewählt werden.
3.5 Sprache, Stimme, Bild und Raum
Dieselbe Wissensgrundlage kann über unterschiedliche Medien erfahrbar werden
- als Text auf einer Website oder einem mobilen Gerät,
- als natürliches Sprachgespräch und automatisch erzeugtes Transkript,
- als bildbezogener Zugang über Kamera oder Werkkennung,
- als Bildschirmfigur oder Avatar,
- als Projektion oder räumliche Installation.
Die Kultur-KI ist deshalb nicht an eine einzige Oberfläche gebunden. Sie bildet eine medienübergreifende Grundlage für gegenwärtige und zukünftige Formate.
4. Die Gesamtarchitektur
Fünf Ebenen bilden ein zusammenhängendes System
4.1
Quellen und Medien
Den Ausgangspunkt bilden vorhandene Bestände und freigegebene Quellen. Die Ursprungssysteme bleiben erhalten; die KI greift kontrolliert auf geeignete Inhalte zu.
4.2
Kuratierter Wissensraum
Inhalte werden vereinheitlicht, mit Quellenangaben versehen und semantisch verbunden. Regeln bestimmen Öffentlichkeit, Rechte und den Umgang mit abweichenden Deutungen.
4.3
Zentrale KI
Sie interpretiert Anfragen, findet relevante Inhalte, wählt Funktionen und koordiniert Text, Stimme, Übersetzung oder Bildverarbeitung.
4.4
Spezialisierte Anwendungen
Begleiter für Häuser, Ausstellungen, Werke, Zielgruppen und Fachaufgaben erhalten jeweils klaren Wissensumfang, Aufgabe und Sprache.
4.5
Erlebnisse und Kanäle
Die Ergebnisse erscheinen dort, wo sie gebraucht werden: vor dem Besuch, im Museum, in Bildung, Kommunikation, Recherche oder künstlerischer Inszenierung.
5. So entsteht eine Antwort
„Warum wirkt diese Landschaft so unruhig?“
Ein konkretes Beispiel macht sichtbar, wie fachliche Grundlage, technische Steuerung und dialogische Vermittlung ineinandergreifen. Eine Besucherin steht vor einem Werk und stellt eine Frage, die nicht nach einem gespeicherten Fakt, sondern nach Bildwirkung und Wahrnehmung fragt.
„Die Unruhe entsteht unter anderem durch die gegeneinander gesetzten Richtungen und die starken Kontraste. In den freigegebenen Werktexten wird außerdem auf … hingewiesen. Möchten Sie eher die Farbwirkung betrachten oder erfahren, in welchem historischen Zusammenhang das Werk entstand?“
Die Antwort bleibt damit werkbezogen, quellengestützt und offen für einen individuellen Gesprächsverlauf. Sie verbindet präzise fachliche Grundlagen mit einer Frage, die das Gespräch wieder zum Werk und zur eigenen Wahrnehmung zurückführt.
Museumsnetz und Publikum · Konzeptkapitel 6–7
Fünfzehn eigenständige Häuser – verbunden durch einen gemeinsamen Kern.
Das digitale Dach verbindet die gemeinsame Sammlung mit der konkreten Besuchssituation jedes Hauses. Was zentral gepflegt und dauerhaft gesichert wird, kann lokal eine jeweils eigene räumliche, kuratorische und sprachliche Gestalt annehmen.
6.1 Gemeinsamer Kern
Sammlungsweite Informationen werden zentral gepflegt
Dazu gehören Werkstammdaten, Künstlerbiografien, übergreifende Themen, Bildrechte, Grundtexte und Beziehungen zwischen Objekten. Korrekturen und Ergänzungen können dadurch überall wirksam werden, wo diese Inhalte verwendet werden.
6.2 Eigenständigkeit der Häuser
Jeder Standort ergänzt seine konkrete Besuchssituation
Ausstellungen, Räume, Wege, Veranstaltungen, Schwerpunkte und Tonalitäten bleiben lokal. Ein Hausbegleiter kennt diesen Zusammenhang und verweist zugleich auf Beziehungen innerhalb der gesamten Sammlung.
6.3 Ausstellungen
Zeitlich und inhaltlich definierte Wissensräume
Eine Ausstellung verbindet die gezeigten Werke mit kuratorischen Texten, räumlicher Dramaturgie, Medien und Begleitprogramm. Nach Ausstellungsende bleiben fachlich freigegebene Erkenntnisse erhalten und können später erneut genutzt werden.
6.4 Kulturelles Gedächtnis
Jede Ausstellung erweitert potenziell das gesamte Netzwerk
Beziehungen, Texte und Vermittlungsformen können dauerhaft dokumentiert und in zukünftigen Projekten neu aktiviert werden. Die einzelne Ausstellung wird damit Teil eines wachsenden digitalen Gedächtnisses.
Anwendungen für Besucherinnen und Besucher
Eine gemeinsame Oberfläche – viele Besuchssituationen
Dialog am Werk
Über QR-Code, NFC, Werknummer oder Bilderkennung öffnet sich ein direkter Zugang. Besucherinnen und Besucher können eigene Fragen stellen, Details vertiefen oder Bezüge zu anderen Arbeiten entdecken. Das Gespräch kann als Text oder Sprache stattfinden.
Individuelle Rundgänge
Aus Besuchsdauer, Interessen und örtlicher Situation kann ein persönlicher Weg entstehen: etwa „30 Minuten – Skulptur und Material“, „erste Begegnung mit moderner Kunst“ oder ein Familienrundgang. Die Auswahl folgt kuratierten Beziehungen und bleibt räumlich sinnvoll.
Ausstellungsgespräch
Eine Ausstellung kann als zusammenhängende Erzählung erfahrbar werden. Der digitale Begleiter kennt Leitidee, Kapitel und Schlüsselwerke, reagiert aber zugleich auf Fragen und Abweichungen vom vorgeschlagenen Weg.
Vor und nach dem Besuch
Vorab können Gäste Interessen erkunden, Barrierefreiheitsinformationen abrufen oder einen Besuch vorbereiten. Anschließend lassen sich betrachtete Werke, offene Fragen und weiterführende Inhalte erneut aufrufen – auf Wunsch, ohne personenbezogene Dauerbeobachtung.
Internationale Gäste
Inhalte werden in mehreren Sprachen dialogisch angeboten. Eigennamen, Werktitel und kunsthistorische Begriffe werden kontrolliert behandelt. So wird nicht nur übersetzt, sondern sprachlich angemessen vermittelt.
Orientierung und Service
Öffnungszeiten, Veranstaltungen, Wege, Zugänglichkeit und häufige organisatorische Fragen können in dasselbe Gespräch integriert werden. Kunstvermittlung und Besuchsservice bleiben unterscheidbar, erscheinen für Gäste jedoch in einer gemeinsamen Oberfläche.
Das digitale Angebot begleitet die Begegnung mit Kunst – es ersetzt sie nicht.
Zugänglichkeit und Arbeitsräume · Konzeptkapitel 8–10
Ein fachlicher Kern – angepasst an Menschen, Situationen und Aufgaben.
Die Auswahl der Vermittlungsform liegt grundsätzlich bei den Nutzerinnen und Nutzern. Ein intuitiver Wechsel zwischen kurz, vertieft, langsamer, Text und Sprache ist verständlicher und respektvoller als eine automatische Einordnung von Menschen.
| Profil | Charakter | Typische Nutzung |
|---|---|---|
| Standard | Klar, zugänglich und dialogisch | Allgemeiner Museumsbesuch |
| Kurz | Konzentrierte Kernaussagen | Wenig Zeit, schnelle Orientierung |
| Langsam und deutlich | Ruhiges Tempo, kurze Sätze, längere Pausen | Entspanntes Hören, höhere Verständlichkeit |
| Einfache Sprache | Reduzierte Komplexität ohne Verfälschung | Niedrigschwelliger Zugang |
| Kinder, Familien, Jugendliche | Anschaulich, fragend, bildhaft und ernst genommen | Familie, Schule und Freizeit |
| Vertiefung | Präzise Begriffe, Kontexte und Quellen | Studium, Forschung, besonderes Interesse |
| Mehrsprachig | Gewählte Sprache mit kontrollierten Namen und Titeln | Internationales Publikum |
| Text | Vollständige schriftliche Nutzung und Transkript | Lautlose oder hörunabhängige Nutzung |
Barrierearmut entsteht darüber hinaus durch gut lesbare Oberflächen, Untertitel und Transkripte, klare Navigation, Tastaturbedienbarkeit, ausreichende Kontraste und die Kompatibilität mit unterstützenden Technologien. Die adaptive Sprachausgabe ist ein wichtiger Teil, aber nicht der einzige.
9.1 Vorbereitung
Der Besuch beginnt vor dem Museum
Schulklassen können Themen, Künstlerinnen und Künstler oder einzelne Werke vor dem Besuch kennenlernen. Lehrkräfte erhalten Materialien und Gesprächsimpulse, die auf Ausstellung und Altersgruppe abgestimmt sind.
9.2 Im Museum
Entdeckendes Lernen statt langer Monologe
Die KI kann beobachten helfen: „Was fällt euch zuerst auf?“, „Welche Materialien könnt ihr erkennen?“ oder „Wie verändert sich der Eindruck, wenn ihr einen Schritt zurückgeht?“ Die Aufgaben bleiben an Werk und Besuchssituation gebunden.
9.3–9.4 Nachbereitung und Gruppe
Vertiefung auf derselben Grundlage
Fragen, Vergleiche und Themen werden nach dem Besuch weitergeführt. Die KI kann außerdem eine Gruppe, eine Führung oder ein Unterrichtsgespräch über Tablet, Projektion oder eine gemeinsam gewählte Fragestellung unterstützen.
Geschützter Sammlungs- und Redaktionsbereich
Der gleiche Wissensraum unterstützt auch die interne Facharbeit
Sammlungsweite Recherche
Fragen können über Werkdaten, Publikationen, Ausstellungen und Standorte hinweg gestellt werden. Ergebnisse zeigen ihre Quellen und führen zu zugrunde liegenden Datensätzen. Querverbindungen werden schneller sichtbar, ohne wissenschaftliche Bewertung vorwegzunehmen.
Vorbereitung neuer Ausstellungen
Werke lassen sich nach Themen, Materialien, Zeiträumen, früheren Präsentationen oder dokumentierten Beziehungen erkunden. Das System kann Recherchepfade, vorläufige Werkgruppen und offene Punkte sichtbar machen.
Ein freigegebener Kern – mehrere Formate
Aus einem fachlich abgestimmten Inhalt können Entwürfe für Saaltext, Kurzfassung, Website, Audio, einfache Sprache, fremdsprachige Fassung oder Lernmodul entstehen. Jede Ausgabe bleibt als eigene Fassung prüf- und freigabefähig.
Konsistenz, Aktualität und Fragen
Änderungen können über Häuser und Kanäle hinweg konsistent aktualisiert werden. Anonymisierte Fragen zeigen, welche Werke Gespräche auslösen, wo Erklärungen fehlen und welche Themen unterschiedliche Zielgruppen beschäftigen.
Kuratierte Persönlichkeiten · Konzeptkapitel 11–12
Kuratierte Stimmen und digitale Persönlichkeiten.
Eine dialogische Anwendung besitzt nicht nur Wissen, sondern auch eine wahrnehmbare Haltung. Stimme, Wortwahl, Gesprächsrhythmus und Art der Rückfrage prägen das Erlebnis. Deshalb können für eine Institution unterschiedliche, bewusst gestaltete digitale Persönlichkeiten entstehen.
11.1 Haus- und Ausstellungsstimmen
Die Tonalität wird Teil des institutionellen und kuratorischen Konzepts
Ein Begleiter kann ruhig und orientierend, ein anderer erzählerisch oder forschend gestaltet sein. Entscheidend ist, dass seine Tonalität zur Institution, zur Ausstellung und zur jeweiligen Aufgabe passt.
Persönlichkeit bedeutet keine freie Behauptung, sondern eine kuratierte Form des Sprechens innerhalb eines definierten Wissensraums. Fachliche Verlässlichkeit und charakteristische Ansprache stehen deshalb nicht im Widerspruch, sondern werden bewusst aufeinander abgestimmt.
11.2 Werkbezogene Stimmen
Ein Werk, eine Figur oder eine künstlerische Idee kann eine eigene Stimme erhalten
In ausgewählten Projekten kann ein Werk, eine Figur oder eine künstlerische Idee eine eigene Stimme erhalten. Eine solche Inszenierung muss deutlich zwischen dokumentierten Fakten, interpretierender Vermittlung und künstlerischer Fiktion unterscheiden. Gerade diese Transparenz ermöglicht starke, ernsthafte Erlebnisse.
11.3 Stimme und Erscheinungsform
Die visuelle und räumliche Form folgt dem künstlerischen Konzept
Digitale Persönlichkeiten können ausschließlich als Stimme auftreten oder mit einer visuellen Form verbunden werden. Dazu gehören reduzierte Bildschirmfiguren, Avatare, Projektionen oder räumliche Inszenierungen. Die Wahl folgt dem künstlerischen und vermittelnden Konzept – nicht dem technischen Effekt um seiner selbst willen.
12. Zwei Zukunftsbilder
Neue Formen der Werkbegegnung aus derselben soliden Wissensgrundlage
12.1
Das dialogische Werk
Ein ausgewähltes Werk wird zu einem realzeitfähigen Gegenüber. Es reagiert auf Fragen, greift sichtbare Details auf und führt von der unmittelbaren Wahrnehmung zu historischen, materiellen oder biografischen Zusammenhängen. Stimme und visuelle Bewegung können präzise aufeinander abgestimmt werden.
Das Ergebnis ist weder Audioguide noch Unterhaltungsfigur, sondern eine neue Form der inszenierten Werkbegegnung. Eine solche Anwendung kann besonders dort stark sein, wo eine Ausstellung selbst mit Stimme, Erinnerung, Figur oder Erzählung arbeitet. Sie bleibt als künstlerisch-vermittelndes Format klar gekennzeichnet und wird für ausgewählte, rechtlich geklärte Inhalte entwickelt.
12.2
Der begehbare Wissensraum
In einem immersiven Raum werden Beziehungen der Sammlung räumlich erfahrbar. Besucherinnen und Besucher können einem Motiv, einer Farbe, einem Material oder einer Zeitlinie folgen. Projektionen, Klang und Sprache reagieren auf Fragen und Bewegungen.
Aus einer klassischen Suchbewegung wird eine körperliche Entdeckungsreise durch den Bestand. Beide Zukunftsbilder zeigen, welche künstlerischen Möglichkeiten aus derselben soliden Wissensgrundlage später entstehen können.
Nicht die technische Figur steht im Mittelpunkt, sondern die Möglichkeit einer neuen, transparent gestalteten und inhaltlich verantworteten Beziehung zum Werk.
Institutionelles Vertrauen · Konzeptkapitel 13–14
Verlässlichkeit entsteht durch Quellen, Freigaben, Rechte und dokumentierte Grenzen.
Für eine Kulturinstitution zählt nicht nur, ob eine KI flüssig antwortet. Entscheidend ist, ob Aussagen angemessen, nachvollziehbar und in ihrem Grad an Gewissheit transparent sind.
13.1 Quellen
Quellengebundene Antworten
Wesentliche Aussagen werden aus freigegebenen Quellen abgeleitet. In vertiefenden und fachlichen Ansichten können Quellen direkt angezeigt werden. In der öffentlichen Vermittlung kann eine unaufdringliche Funktion wie „Grundlage dieser Antwort“ Transparenz schaffen.
13.2 Gewissheit
Dokumentiert, eingeordnet, gedeutet oder offen
Das System kennzeichnet, ob etwas dokumentiert, kunsthistorisch eingeordnet, als mögliche Deutung angeboten oder derzeit offen ist. Bei fehlender Grundlage benennt es die Grenze und bietet einen verwandten Zugang an.
13.3 Redaktion
Prüf- und Freigabeprozesse
Inhalte durchlaufen nachvollziehbare Zustände wie Entwurf, fachliche Prüfung, Veröffentlichung und Archivierung. Änderungen bleiben versioniert; öffentliche Ausgaben werden nicht allein aufgrund automatischer Generierung dauerhaft publiziert.
13.4 Betrieb
Verbindliche Qualitätssicherung
Ein Qualitätskatalog umfasst Werkdaten, Deutungsgrenzen, Mehrsprachigkeit, Rechte, sensible Themen, Navigation und Antworten außerhalb des Wissensraums. Automatisierte und redaktionelle Kontrollen sichern den laufenden Betrieb.
13.5 Vermittlung
Das Werk bleibt im Mittelpunkt
Die beste Anwendung erzeugt nicht möglichst viel Bildschirmzeit. Sie hilft, genauer hinzusehen, Zusammenhänge zu entdecken und anschließend wieder zum Werk zurückzukehren.
14.5 Nachvollziehbarkeit
Prüfbarer institutioneller Betrieb
Versionen, Freigaben und wesentliche Systementscheidungen werden so dokumentiert, dass Antworten und Änderungen prüfbar bleiben. Dies schafft die Voraussetzung für einen dauerhaften institutionellen Betrieb.
Datenhoheit, Rechte und Schutz
Institutionelle Kontrolle über Daten und Nutzung
Geschützter Datenraum
Sammlungs- und Museumsdaten werden in einem kontrollierten institutionellen Rahmen verarbeitet. Öffentliche, geschützte und rechtebeschränkte Inhalte werden getrennt; Zugriffe und Veröffentlichungsrechte folgen definierten Rollen.
Keine unkontrollierte Nutzung
Institutionseigene Inhalte werden nicht automatisch zum freien Trainingsmaterial allgemein zugänglicher Modelle. Welche Daten für welche Funktion verarbeitet werden dürfen, wird technisch und vertraglich festgelegt. Die Datenhoheit verbleibt bei der Institution.
Bild-, Urheber- und Persönlichkeitsrechte
Zu jedem relevanten Medium können Rechte, Laufzeiten, erlaubte Kanäle und erforderliche Hinweise hinterlegt werden. Eine Anwendung darf ein Bild nur verwenden, wenn die zugehörige Rechteinformation dies zulässt.
Datenschutz für Gäste
Öffentliche Angebote folgen dem Prinzip der Datenminimierung. Gespräche können grundsätzlich ohne persönliches Profil möglich sein. Optionale Merkfunktionen oder personalisierte Fortsetzungen benötigen eine transparente Entscheidung der Nutzerinnen und Nutzer.
Gesamtlösung und Skalierung · Konzeptkapitel 15–17
Sechs Bausteine, sieben Umsetzungsstränge, ein gemeinsames System.
Die Komponenten sind keine unabhängigen Einzelangebote. Wissensraum, Museumsnetz, Facharbeitsplatz, Vermittlung und künstlerische Formate greifen auf dieselben Qualitätsgrundlagen zu.
| Baustein | Inhalt | Bedeutung |
|---|---|---|
| A. Wissensraum | Sammlungsdaten, Quellen, Beziehungen, Rechte und Versionen | Dauerhafte Grundlage für alle Anwendungen |
| B. Museumsbegleiter | Text, Sprache, Werkdialog, Rundgänge und Besucherinformation | Unmittelbarer Zugang in allen Häusern |
| C. Museumsnetz | Lokale Begleiter für fünfzehn Häuser auf gemeinsamer Basis | Standortübergreifende Sammlungserfahrung |
| D. Sammlungsarbeitsplatz | Recherche, Quellenansicht, Redaktion und Freigabe | Pflege, Erkenntnisgewinn und nachhaltige Qualität |
| E. Bildung und Zugänglichkeit | Lernmodule, Profile, Sprachen und barrierearme Nutzung | Breiter gesellschaftlicher Zugang |
| F. Künstlerische Formate | Kuratierte Persönlichkeiten, dialogische Werke, immersive Räume | Eigenständige digitale Kulturprojekte |
Sieben koordinierte Umsetzungsstränge
Gesamtprojekt
Koordinierter Rollout
Die Aktivierung kann in operativ sinnvollen Wellen erfolgen. Zielarchitektur und Leistungsumfang für die gesamte Kunst- und Kulturlandschaft stehen dabei von Anfang an fest.
Wiederverwendung
Zentral entwickeln, lokal ausprägen
Werkgrundlagen, Beziehungen, Rechte, Profile, Oberflächenmuster und Qualitätssicherung werden gemeinsam nutzbar; Ausstellungen, Räume und Stimmen bleiben lokal.
Verbindungen
Standorte werden sichtbar
Werkgespräche können auf verwandte Arbeiten in anderen Häusern verweisen; thematische Routen verbinden digital mehrere Standorte.
Dauerbetrieb
Eine gepflegte Infrastruktur
Neue Ausstellungen und Medienformen erweitern das System fortlaufend, ohne den Wissenskern neu zu erfinden.
Wirkung und Zukunft · Konzeptkapitel 18–19
Die Technologie bleibt im Dienst der Kunst.
Ihre Stärke zeigt sich nicht darin, möglichst viel zu automatisieren, sondern Wissen sorgfältig zu verbinden, neue Fragen zu ermöglichen und die Begegnung mit dem Original zu vertiefen.
Fachliche Qualität
Verlässlich
- Korrekte Werk- und Kontextinformationen
- Trennung von Fakten, Deutungen und offenen Fragen
- Nachvollziehbare Quellen und konsistente Aktualisierung
Vermittlung
Angemessen
- Verständliche, anregende Antworten
- Sinnvoller Wechsel zwischen Überblick und Vertiefung
- Rückführung zur Wahrnehmung und zum Werk
Zugänglichkeit
Offen
- Zuverlässige Text- und Sprachnutzung
- Wahl von Tempo, Tiefe und Sprache
- Nutzung mit unterstützenden Technologien
Reichweite
Vor, während und danach
- Werkgespräche und wiederkehrende Themen
- Übergänge zwischen digitalem Angebot und Besuch
- Standortübergreifende Reichweite
Institutioneller Wert
Nachhaltig
- Sichtbare Wissens- und Datenlücken
- Wiederverwendung freigegebener Inhalte
- Sicherung von Ausstellungs- und Vermittlungswissen
Weiterentwicklung
Übertragbar
- Schnellere Recherche über Standorte hinweg
- Neue Formate auf stabiler Grundlage
- Übertragbarkeit auf weitere Häuser und Anwendungen
Drei verbundene Räume
Sammlungsraum
Werke, Daten, Forschung und Geschichte kommen in einer gemeinsamen Wissensordnung zusammen.
Erlebnisraum
Menschen begegnen Kunst individuell, dialogisch, mehrsprachig und zugänglich.
Zukunftsraum
Aus derselben Grundlage entstehen neue digitale, didaktische und künstlerische Formen.
Aus der digitalen Sammlung wird ein lebendiger Wissensraum. Aus fünfzehn Häusern wird ein verbundenes kulturelles Netzwerk. Aus Information wird Begegnung.
Hinweis zu den Demos: Die Demos sind technisch voll funktionsfähig, jedoch noch nicht für Würth eingerichtet und greifen nicht auf Würth-Daten zu. Würth-spezifische Inhalte und Funktionen entstehen erst durch die Anbindung freigegebener Originaldaten und die kuratorische Konfiguration.