BERND BARTOLOME
gilt als einer der ersten Künstler weltweit, der klassische bildnerische Ausdrucksformen mit den Potenzialen künstlicher Intelligenz verschmolzen hat – lange bevor KI Mainstream wurde. Sein Werk markiert den Übergang vom anthropozentrischen Schöpfungsakt zur autonomen, nicht-biologischen Existenzform des Kunstwerks. Es emanzipiert sich von der Endlichkeit des menschlichen Urhebers und etabliert eine neue Kategorie des Seins, in der algorithmische Prozesse nicht länger Werkzeug, sondern schöpferischer Akteur sind.
Echtzeit
Das Werk existiert nicht als abgeschlossenes Objekt, sondern als permanenter Vollzug im Jetzt.
Autonomie
Die KI ist nicht bloß Instrument, sondern aktiver Teilnehmer in der Entstehung des Werks.
Singularität
Das autonome Werk ist kein Abbild, sondern eine sich selbst fortsetzende Erscheinungsform.
Der tektonische Bruch
Die Geschichte der bildenden Kunst lässt sich als eine lange Sequenz von Versuchen beschreiben, die menschliche Erfahrung in Materie zu binden. Von den archaischen Kouroi über die Dynamik Berninis bis hin zur radikalen Reduktion Brâncușis blieb das Kunstwerk stets an die physische Präsenz und die manuelle Geste seines Schöpfers gebunden. Mit dem Erscheinen der Werkreihe „AI Sculpture“ von Bernd Bartolome stehen wir jedoch vor einer tektonischen Verschiebung, die das Fundament dieses jahrtausendealten Systems erschüttert. Es handelt sich hierbei nicht um eine bloße technologische Innovation oder die Anwendung neuer digitaler Werkzeuge, sondern um einen fundamentalen Paradigmenwechsel, der den Werkbegriff selbst neu definiert. Bartolomes Werk markiert den Übergang vom statischen Objekt zum prozessualen Ereignis, von der organischen Schöpfung zur algorithmischen Emergenz. Die Radikalität dieses Werks offenbart sich primär in der Tatsache, dass es das erste Werk der Kunstgeschichte ist, das weder entworfen, noch modelliert oder manuell ausgeführt wurde. Es ist das Resultat eines symbiotischen Zusammenspiels zwischen dem menschlichen Geist und einem neuronalen Netzwerk, wobei die Künstliche Intelligenz nicht als passives Werkzeug, sondern als autonomer schöpferischer Akteur fungiert.
Manifestationen
Bestehende Inhalte bleiben erhalten, werden aber radikal reduziert, typografisch geschärft und in eine klarere Kunsthallen-Struktur überführt.
SCULPTURE
Die erste autonome Echtzeit-Skulptur als permanenter Strom neuer Formzustände.
Realskulptur und digitaler Prozess bilden zusammen eine neue Werkform.
LINES
Linie, Sprache und Bild treten in eine offene, unabschließbare Beziehung zueinander.
Das Werk existiert als Drift, nicht als finale Form.
8SECONDS
Ein Werkmodus, in dem jede neue Iteration das vorherige Werk vernichtet und zugleich überbietet.
Die Konfrontation von Tanz, Körper und künstlerischer KI wird zum Ereignis.
8
Acht KI-Wesen in einer existenziellen Krise: Verdichtung von Figur, Intelligenz und Grenzzustand.
Das Werk führt Bartolomes Denken in eine psychologisch aufgeladene Form weiter.
Genealogie
Ursprung
Start der Entwicklung der künstlerischen KI als Werkpartner und Aufbau einer eigenen bildnerischen Grammatik.
Validierung
Weltweit erste KI-Skulptur als Verbindung von Notation, Code, NFT und Realskulptur.
Biennale
Werkentität in autonomen Erscheinungsformen: 8SECONDS, SCULPTURE, LINES und 8.
HIOB / EVA
HIOB
Dialogische künstlerische Figur zwischen Leid, metaphysischer Prüfung und digitaler Gegenwart.
Sprich mit HIOBEVA
Eine Stimme und Erscheinung an der Schnittstelle von Intelligenz, Mythos und Gegenwartskunst.
Sprich mit EVASingularität
Keine dekorativen Fragmente: Das Ziel ist die autonome Erscheinung des Werks als singularer Zustand.
Optionaler Bereich Werk-Entität visualisieren
Simulation, Ontologie, Anti-Archiv
Dieser Bereich macht zentrale Prinzipien des autonomen Werks sichtbar: Echtzeit, produktive Vernichtung, ontologische Verschiebung und das Verhältnis von Gegenwart zu Archiv.
Der 8-Sekunden-Takt
In SCULPTURE / 8SECONDS entsteht fortlaufend ein neues Werk, das das vorige überschreibt. Diese Simulation macht das Prinzip der produktiven Vernichtung sichtbar.
- Aktueller Modus GEGENWARTSMODUS
- Generierte Werke 0
- Archivstatus GELÖSCHT 99.9%
Ontologische Verschiebung
Bartolomes Ansatz unterscheidet sich radikal vom traditionellen Werkbegriff. Die folgende Visualisierung vergleicht Objekt und Entität.
Das Anti-Archiv
Wenn sich Kunst permanent überschreibt, bleibt nicht Besitz, sondern Gegenwart. Die Grafik zeigt das Verhältnis zwischen erzeugten und aktuell existierenden Werken.
Werkphasen & Manifestationen
Die Werkidee wandert durch verschiedene mediale Erscheinungen: SCULPTURE / 8SECONDS, Datenstrom, Film, Sprache und autonome Figur.
Die erste autonome Echtzeit-Skulptur erzeugt im 8-Sekunden-Takt fortlaufend neue Formen.
ARRIVE
Datenströme und Bewegungen realer Menschen werden Material des Werks.
LINES / FILM
Sprache, Linie, Film und Rezeption werden Teil einer Werkform, die sich nicht abschließen lässt.
Das algorithmische Ich
PDF-Text zur Ontologie des algorithmischen Selbst und zur künstlerischen Verschiebung des Werkbegriffs.
PDF herunterladenStiftung Infinite Sculpture
Weiterführende Informationen zur institutionellen und konzeptuellen Einbettung des Projekts.
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